ŠKODA FahrzeugHistorie

Neun Jahrzehnte Rallye-Kompetenz

ŠKODA POPULAR ROADSTER

Baujahr: 1936
Motor: 1,4-Liter-Vierzylinder (aus dem Rapid)
Leistung: 23 kW (31 PS)
Antrieb: Hinterrad
Größter Erfolg: 1936 Rallye Monte Carlo 2. Platz Klasse bis 1,5 Liter Hubraum, 20. Platz im Gesamtklassement

Kleiner Überflieger: Der ŠKODA Ingenieur Jaroslav Hausmann und der Rennfahrer Zdenek Pohl pilotierten den wendigen POPULAR ROADSTER 1936 bei der Rallye Monte Carlo. Unter der langen Haube des offenen Zweisitzers arbeitete ein wassergekühlter 1,4-Liter-Viertaktmotor. Der Vierzylinder stammte aus dem ŠKODA Rapid und leistete 23 kW (31 PS).


ŠKODA OCTAVIA 1200 TS

Baujahr: 1960 – 1964
Motor: 1,2-Liter-Vierzylinder
Leistung: 40 kW (55 PS)
Antrieb: Hinterrad
Größte Erfolge: 1960 Rallye Monte Carlo 2. und 3. Klassenrang; 1961 Rallye Monte Carlo 6. Platz im Gesamtklassement

Ausgereifte Serientechnik: Der OCTAVIA TS zählte in den 60ern zu den stärksten Modellen seiner Klasse – die Serienversion schöpfte aus einem Vierzylinder mit 1,1 Litern Hubraum 37 kW (50 PS). Bei der Rallye Monte Carlo 1960 trat die 1200er-Variante (Typ 999) mit 40 kW (55 PS) an. Jahr 1962 vertrauten gleich 15 der 352 Teams bei der ,Monte‘ auf den ŠKODA OCTAVIA TS.


ŠKODA 1000 MB

Baujahr: 1964 – 1969
Motor: 1,0-Liter-Vierzylinder und 1,1-Liter-Vierzylinder
Leistung: 45 kW (61 PS); 55 kW (75 PS)
Antrieb: Hinterrad
Größte Erfolge: 1965 Vltava Rallye 1. Klassenrang; 1966 Alpenfahrt 1. und 3. Klassenrang; 1967 Vltava Rallye 1. Klassenrang; 1969 Wiesbaden Rallye 1. Klassenrang

Der Nachfolger: In die Fußspuren des ŠKODA OCTAVIA TS trat 1964 der 1000 MB. Gleich bei seiner ersten Testfahrt im Rahmen der ŠKODA Rallye Pilsen gewann der mit einer selbsttragenden Stahlkarosserie ausgestattete Hecktriebler. Der Vierzylinder des 1000 MB arbeitete später auch in den Formel 3-Boliden aus Mladá Boleslav.


ŠKODA 110 R

Baujahr: 1970 – 1976
Motor: 1,1-Liter-Vierzylinder
Leistung: 46 kW (62 PS)
Antrieb: Hinterrad

Traumwagen mit bodenständigem Charakter: Der ŠKODA 110 war das einzige Großserien-Sportcoupé im Ostblock. Er basierte auf der erfolgreichen Stufenhecklimousine 110, erhielt aber einen stärkeren Motor. Merkmale wie Sportsitze, Sportlenkrad und drei Zusatzuhren auf dem Armaturenbrett sowie die schicken rahmenlosen Fenster machten ihn einzigartig – und zum begehrten Rallye-Fahrzeug der Privatfahrer im Osten.


ŠKODA 120 S Rallye

Baujahr: 1972
Motor: 1,2- und 1,3-Liter-Vierzylinder
Leistung: 88 kW (120 PS) und 99 kW (135 PS)
Antrieb: Hinterrad
Größte Erfolge: Zahlreiche Klassensiege in der Rallye-Welt- und -Europameisterschaft; Rundstreckenversion holte Laufsiege im Friedens- und Freundschaftscup

Der Breitensportler: Seit 1969 sammelten die Stufenheckmodelle ŠKODA 100 und 110 L reihenweise Klassensiege bei Events wie der Alpenfahrt, RAC Rally oder Tour d’Europe. Eine Leitungsspritze machte daraus den 120 S Rallye. Die aufwändig umgebaute Gebläsekühlung hinter dem Frontgrill (!) verlieh dem Hecktriebler überdies eine bessere Gewichtsverteilung. Um das FIA-Klassenlimit von 1,3 Litern möglichst gut auszunutzen, steigerte ŠKODA den Hubraum von 1.173 auf 1.289 ccm. Der 120 S bereitete den Boden für den 130 RS.


ŠKODA 180 RS/200 RS

Baujahr 1974
Motor: 1,8- und 2,0-Liter-Vierzylinder
Leistung: 114 kW/155 PS (180 RS); 120 kW/163 PS (200 RS)
Antrieb: Hinterrad
Größter Erfolg: 1975 Doppelsieg Rallye Šumava

Kompromisslose Sportgeräte: Mit diesen beiden Prototypen – von denen insgesamt nur drei Stück gebaut wurden – stieg ŠKODA in die Top-Kategorien des Rallye-Sports auf. Erstmals trugen sie daher das Kürzel ,RS‘. Dabei entwickelten die Ingenieure innovative Technologien, die die Basis für den legendären 130 RS bildeten und mit dem ŠKODA Garde zum Teil in die Serienproduktion einflossen. So wurden ein Getriebe von Porsche, Einzelradaufhängung, Schräg-Pendelschwingachse und Teleskopstoßdämpfer erprobt. Der 200 RS erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 210 km/h. Ab 1975 ließen die Regeln keine Prototypen bei Rallyes mehr zu – die Sportcoupés 110 R und 130 RS lösten sie ab.


ŠKODA 130 RS

Baujahr: 1975
Motor: 1,3-Liter-Vierzylinder
Leistung: 103 kW (140 PS)
Antrieb: Hinterrad
Größte Erfolge: 1977 Rallye Monte Carlo Doppelsieg Klasse bis 1,3 Liter Hubraum, 12. und 15. Platz im Gesamtklassement; 1976 – 1980 Rallye Bohemia 1. Platz; in der Rundstreckenversion Sieger der Markenwertung der Tourenwagen-Europameisterschaft 1981

Der ,Porsche des Ostens‘: Auf Basis des Sportcoupés ŠKODA 110 R entwickelten die Ingenieure aus Mladá Boleslav die Rallye-Version 130 RS – Dach, Fronthaube und Türhäute waren aus Aluminium gefertigt, Motorhaube und verbreiterte Kotflügel bestanden aus glasfaserverstärktem Kunststoff, die Fenster aus leichtem Polycarbonat. Auch im Tourenwagensport erzielte der Zweitürer Erfolge. Er begründete die große Tradition der RS-Serienmodelle von ŠKODA.


ŠKODA 130 LR

Baujahr: 1984
Motor: 1,3-Liter-Vierzylinder
Leistung: 103 kW (140 PS)
Antrieb: Hinterrad
Größte Erfolge: Klassensiege in der Rallye-Welt- und -Europameisterschaft

Extravagante Kleinserie: Als die Homologation des 130 RS auslief, fuhr ŠKODA zweigleisig. In der seriennahen Gruppe A startete der Typ 120 L, für die neue Gruppe B leitete ŠKODA von dem beliebten Viertürer die erforderliche Kleinserie von 200 Stück ab. Türhäute, Front- und Motorhaube waren aus Aluminium gefertigt, die Glasscheiben wurden auch beim 130 LR durch Polycarbonat ersetzt. Der Reihenvierzylinder erhielt einen Zylinderkopf aus Alu, das Fahrwerk wurde intensiv modifiziert, u.a. mit Scheibenbremsen rundum.


ŠKODA FAVORIT

Baujahr: 1989
Motor: 1,3-Liter-Vierzylinder
Leistung: 76 kW (103 PS)
Antrieb: Vorderrad
Größte Erfolge: 1994 FIA Rallye-Weltmeisterschaft 1. Platz Herstellerwertung in der 2-Liter-Klasse

Der erste Fronttriebler: 1988 brachte ŠKODA den FAVORIT 136L auf den Markt, ein Jahr später nahm die tschechische Traditionsmarke mit dem Kompaktwagen an Rallyes teil. 1993 debütierte der Fünftürer in der Weltmeisterschaft und bescherte ŠKODA ein Jahr später den Herstellertitel. Das große Plus des Fahrzeuges war sein geringes Gewicht von nur 794 Kilogramm. Neben der Rallye-Variante existierte auch eine für Rundstreckenrennen optimierte FAVORIT-Version.


ŠKODA FELICIA Kit Car

Baujahr: 1995
Motor: 1,5-Liter-Vierzylinder – 1,6-Liter-Vierzylinder
Leistung: 122 kW (164 PS) – 132 kW (180 PS)
Antrieb: Vorderrad
Größte Erfolge: 1996 FIA Rallye-Weltmeisterschaft 1. Klassenrang Rallye Neuseeland, 9. Platz im Gesamtklassement; 1. Klassenrang Rallye Australien, 14. Platz im Gesamtklassement; 1. Klassenrang RAC Rallye, 3. Platz im Gesamtklassement; 1997 FIA Rallye-Weltmeisterschaft 1. und 2. Klassenrang Rallye Monte Carlo, 11. und 12. Platz im Gesamtklassement

Eine neue Ära: Der FELICIA war der erste in Kooperation mit Volkswagen gebaute ŠKODA. Im Offroad-Trimm trat er ab 1995 in der Rallye-Weltmeisterschaft bei den frontgetriebenen Fahrzeugen an. Zuerst mit 1,5-Liter-Vierzylinder, dann mit 1,6 Litern Hubraum. Mehrere Klassensiege läuteten eine erfolgreiche Zukunft der tschechischen Marke im Driftsport ein.


ŠKODA OCTAVIA Kit Car

Baujahr: 1997
Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder
Leistung: 184 kW (250 PS)
Antrieb: Vorderrad
Größte Erfolge: 1998 FIA Rallye-Europameisterschaft 1. Platz Formel 2-Wertung, 3. Platz Barum Rallye; 2. Platz Rallye Zypern; 2. Platz Rallye Bohemia

Der große Bruder gibt Gas: 1997 brachte ŠKODA neben dem FELICIA Kit Car auch das OCTAVIA Kit Car bei Rallyes an den Start. 1998 ging der frontangetriebene OCTAVIA alleine auf Bestzeitenjagd in der Rallye-Europameisterschaft und sicherte sich mehrere Podestplätze.


ŠKODA OCTAVIA WRC

Baujahr: 1999
Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder, Turboaufladung
Leistung: 221 kW (300 PS)
Antrieb: Allrad
Größte Erfolge: 1999 FIA Rallye-Weltmeisterschaft 4. Platz Rallye Großbritannien, 2000 FIA Rallye-Weltmeisterschaft 5. Platz Rallye Griechenland, 2001 FIA Rallye-Weltmeisterschaft 4. Platz Rallye Monte Carlo, 3. Platz Rallye Kenia, 5. Platz Rallye Großbritannien

Der Aufstieg in die Königsklasse: Vier angetriebene Räder, Zweiliter-20V-Motor, Turboaufladung und rund 300 PS – mit dem OCTAVIA WRC spielte ŠKODA nun endgültig in der ersten Liga des internationalen Rallye-Sports mit. Am Steuer des Offroad-Experten saß unter anderem das deutsche Rallye-Ass Armin Schwarz, der 2001 bei der Safari-Rallye in Kenia Platz drei einfuhr. National brillierte der OCTAVIA WRC in den Händen von Matthias Kahle.


ŠKODA FABIA WRC

Baujahr: 2003
Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder, Turboaufladung
Leistung: 221 kW (300 PS)
Antrieb: Allrad
Größte Erfolge: 2004, 2005 FIA Rallye Weltmeisterschaft diverse Top Ten-Platzierungen; 2005 Deutsche Rallye-Meisterschaft 1. Platz; 2006 Deutsche Rallye-Serie 1. Platz

Ein neues Ass: Nach zwei Jahren Entwicklungsphase feierte der ŠKODA FABIA WRC 2003 sein Debüt in der Weltmeisterschaft beim Lauf in Deutschland. Der Turbo-Allradler wurde unter anderem von den routinierten WM-Piloten Didier Auriol, Toni Gardemeister und Armin Schwarz gelenkt. Auf nationaler Ebene gewann er die Deutsche Rallye-Meisterschaft und die Deutsche Rallye-Serie mit ŠKODA Pilot Matthias Kahle.


ŠKODA FABIA SUPER 2000

Baujahr: 2008
Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder
Leistung: 198 kW (270 PS)
Antrieb: Allrad
Größte Erfolge: 2009 FIA Rallye-Weltmeisterschaft 4. Platz Rallye Monte Carlo; 2010 – 2012 Gesamtsieg Intercontinental Rally Challenge 1. Platz; 2011 FIA SWRC-Weltmeisterschaft 1. Platz; 2012 – 2013 FIA Rallye-Europameisterschaft 1. Platz

Der Erfolgsgarant: Der ŠKODA FABIA SUPER 2000 zählt seit 2009 zu den erfolgreichsten Fahrzeugen im Rallye-Sport. Zahlreiche Meisterschaftstitel gehen auf sein Konto – so gewann der kompakte Allradler allein 2013 drei verschiedene Championate. Seit 2012 ist er Dauergast auf dem Siegertreppchen in der Rallye-Europameisterschaft. Kein anderes Rallye-Fahrzeug der Neuzeit hat eine ähnlich große Titelsammlung aufzuweisen.


ŠKODA FABIA R 2

Baujahr: 2011
Motor: 1,6-Liter-Vierzylinder
Leistung: 132 kW (180 PS)
Antrieb: Vorderrad
Größte Erfolge: Diverse Top Ten-Platzierungen in nationalen sowie internationalen Meisterschaften

Der kleine Bruder: Nach fast zweijähriger Entwicklung brachte ŠKODA 2011 den FABIA R 2 – angesiedelt unterhalb der SUPER 2000-Version – auf den Markt. Der kompakte Rallye-Flitzer mit Frontantrieb und 1,6-Liter-Saugmotor wurde speziell für die R2-Kategorie optimiert, in der sich vor allem Nachwuchstalente miteinander messen.


ŠKODA FABIA R 5

Baujahr: erscheint 2015
Motor: 1,6-Liter-Vierzylinder, Turboaufladung
Leistung: k.A.
Antrieb: Allrad

Wachablösung: Das seit 2013 geltende R5-Reglement folgt der bisherigen SUPER-2000-Klasse nach. Es sieht Fahrzeuge vor, die bei den Karosserien ähnliche Freiheiten bieten wie ein World Rally Car und mit 1,6-Liter-Turbotriebwerken ähnlich motorisiert sind. Die Aggregate sind jedoch erheblich preisgünstiger, denn reine Rennmotoren sind verboten. ŠKODA entwickelt seit Mitte 2014 den FABIA R 5, ab 2015 wird ŠKODA mit dem neuen Herausforderer international an den Start gehen. Bei der Rallye Bohemia im Juli 2014 testete Werksfahrer Esapekka Lappi den neuen Turbomotor des FABIA R 5 erstmals bei einer Rallye – und war begeistert.