Motorsport Historie

ŠKODA Motorsport: Erfolg aus Tradition – vom Motorradsport zum Rallye-Weltmeister

Vor rund 116 Jahren wurde der Grundstein des erfolgreichen Motorsportengagements von ŠKODA gelegt. Am 30. Juni 1901 erreichte Narcis Podsedníček mit seinem Laurin & Klement Motorrad als Erster das Ziel des anspruchsvollen Rennens von Paris nach Berlin. Die Marke aus Mladá Boleslav fuhr damit gleich in ihrem ersten Rennen als Sieger durchs Ziel. Was 1901 auf zwei Rädern begann, ging in den 1970 und 1980er Jahren mit Siegesserien auf den Renn- und Rallye-Strecken der Welt weiter und wird bis heute fortgesetzt: Der ŠKODA FABIA R5 knüpft mit seinem Siegeszug an die großen Meilensteine der Motorsportgeschichte von ŠKODA an.

Motorsport war ihre Leidenschaft: Václav Laurin und Václav Klement legten bereits kurz nach Gründung ihres Unternehmens den Grundstein für das künftige Motorsportengagement der Marke Laurin & Klement und später der Marke ŠKODA. Nur zwei Jahre nach Beginn der Motorradproduktion vertrauten sie dem Rennfahrer Narcis Podsedníček ihr neues L&K Einzylinder-Motorrad an und schickten ihn 1901 zum Langstreckenrennen von Paris nach Berlin. Podsedníček gehörte zu den zehn Fahrern, die in der Kategorie der Motorräder und motorisierten Dreiräder starteten. Er erreichte als Erster unter den Motorradfahrern das Ziel. Er kam am 30. Juni 1901 um drei Uhr morgens in Berlin an, die offizielle Zeitmessung war geschlossen. Er ließ sich also die Ankunftszeit von Polizisten im Dienst bestätigen, was leider zur späteren offiziellen Anerkennung seines Sieges nicht ausreichte. Im Ziel wurden daher nur vier französische Fahrer mit den Dreirädern von De Dion-Bouton klassiert, Podsedníček jedoch war der moralische Sieger.

An die Erfolge der Motorräder knüpften ab 1905 auch die Automobile von Laurin & Klement an. Neben wiederholten Siegen bei Bergrennen oder Ausdauerwettbewerben stellte der vierzylindrige und 95 PS starke Laurin & Klement FCS im Jahre 1908 im englischen Brooklands auch einen Geschwindigkeitsrekord von 118,72 km/h auf.

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen überzeugte vor allem die neue Generation der ŠKODA Fahrzeuge mit Zentralrohrrahmen. Im Januar 1936 fuhr der Roadster ŠKODA POPULAR bei der anspruchsvollen Rallye Monte Carlo auf den zweiten Rang, das gute Ergebnis wiederholte ein Jahr später das Coupé ŠKODA RAPID. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich das damalige Basismodell, der ŠKODA 1101, mit tschechischen und ausländischen Fahrern auf dem Rundkurs in Spa durch. Auch bei der Rallye Monte Carlo und der Tour d'Europe schnitt das Fahrzeug erfolgreich ab. Danach folgten viele weitere Modelle. 1959 übernahm die erste Generation des ŠKODA OCTAVIA den Staffelstab.

Ein neues Kapitel schrieb ab 1964 der ŠKODA 1000 MB mit Heckmotor und selbsttragender Karosserie. Mit seinem Nachfolger, dem ŠKODA 130 RS, erreichte der norwegische ŠKODA Pilot John Haugland beachtliche Erfolge. Der legendäre ,Porsche des Ostens‘ gewann in seiner Klasse unter anderem bei der Rallye Monte Carlo und bei der Rallye Akropolis (1977). Darüber hinaus fuhr der 130 RS den Gesamtsieg in der Markenwertung der Tourenwagen-EM (1981) ein. Die größten Erfolge feierte Haugland am Steuer des ŠKODA 130 LR. In diesem Zusammenhang seien vor allem seine Klassensiege bei der stark besetzten RAC Rallye Großbritannien 1985 und 1986 erwähnt.

Die neuere ŠKODA Motorsportgeschichte startete mit dem Einsatz des ŠKODA FAVORIT bei der Rallye Monte Carlo: Das Fahrerteam Pavel Sibera/Petr Gross sicherte sich viermal in Folge (1991 – 1994) die Klasse F2. ŠKODA gewann als Marke unter anderem den FIA-Pokal in der Klasse F2. Nachfolger des FAVORIT war das FELICIA Kit-Car, an dessen Steuer Stig Blomqvist 1996 den dritten Platz der Gesamtwertung der RAC Rallye Großbritannien belegte.

Mit dem Debüt des OCTAVIA WRC starteten Fahrzeuge aus Mladá Boleslav erstmals in der WRC-Topkategorie der Rallye-Weltmeisterschaft. Der 300 PS starke Allradler mit Turbomotor landete 2001 bei der harten Safari Rallye in Kenia auf Rang drei. Auch das Nachfolgemodell FABIA WRC schnitt auf den Rallye-Pisten erfolgreich ab.

Am überzeugendsten setzte sich in den internationalen und nationalen Meisterschaften der ŠKODA FABIA SUPER 2000 durch. Dem tschechischen Duo Jan Kopecky/Pavel Dresler gelang mit dem Allradler aus Mladá Boleslav ein historischer Erfolg – als erstes Fahrerteam der EM-Geschichte gewannen sie in zwei aufeinanderfolgenden Jahren die FIA Rallye-Europameisterschaft (ERC) und die FIA Asien-Pazifik Rallye-Meisterschaft (APRC). Zwischen 2009 und 2014 erreichten Fahrer mit dem ŠKODA FABIA SUPER 2000 weltweit insgesamt 50 nationale und internationale Titel.

2015 feierte ŠKODA Motorsport vier Siege in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC 2) mit dem aktuellen ŠKODA FABIA R5. Der Allradler mit 1,6 Liter großem Vierzylinder-Turbomotor wurde am 1. April 2015 von der Internationalen Automobilorganisation FIA zugelassen. Gleich in der ersten Saison mit dem neuen ŠKODA FABIA R5 fuhr das schwedische Fahrerteam Pontus Tidemand/Emil Axelsson für ŠKODA den vierten APRC-Meistertitel in Folge ein. Der FABIA R5 errang 2015 darüber hinaus auch fünf nationale Titel.

2017 gewannen die ŠKODA Werksfahrer Pontus Tidemand und Beifahrer Jonas Andersson die WM-Kategorie WRC 2. ŠKODA Motorsport eroberte außerdem die WRC 2-Teamwertung in der Weltmeisterschaft. Die alten und neuen Tschechischen Rallye-Meister Jan Kopecký/Pavel Dresler bilden die Speerspitze der nationalen ŠKODA Teams, die im Jahr 2017 die Titel in insgesamt 14 Landesmeisterschaften holten. Darüber hinaus gewannen private Teams, die auf den ŠKODA FABIA R5 setzten, die FIA Asien-Pazifik Rallye-Meisterschaft (APRC), die FIA Südamerika Rallye-Meisterschaft (CODASUR) und die FIA Afrika Rallye-Meisterschaft (ARC).

Das erfolgreiche Werksengagement lieferte zugleich die Impulse für ein immer stärker werdendes Kundeninteresse: Über 170 ŠKODA FABIA R5 wurden bis heute an Privatteams und Importeure weltweit verkauft.